
Neue Zürcher Zeitung
Herrliche Aussichten - Wandern und Klettern im wildromantischen Erstfeldertal. Wer das Erstfeldertal erwandern und entdecken will,
muss sich Zeit nehmen. Vom Eisenbahnerdorf führt eine kurvige Strasse hinauf ins westlich von Erstfeld über einer steilen Wandstufe gelegene Tal. Für ein paar
Franken kann man sich bis weit ins Tal chauffieren lassen. Dies lohnt sich, schliesslich macht das Wandern auf der geteerten Strasse nicht nur keinen Spass,
sondern ist auch sehr ermüdend. Gut eineinhalb Stunden braucht man zu Fuss von Erstfeld bis Bodenberg. Die Emsigkeit des Eisenbahnerdorfes und das Gedröhne
der Gotthardautobahn liege nun weit hinter uns. Wohltuend die Ruhe des wildromantischen Tals und das endlose Rauschen des Alpbachs.
Jetzt heisst es den Weg unter die eigenen Füsse zu nehmen, über die Metten Richtung Chüeplangg bis zu einer Weggabelung. Hier muss sich der Wanderer entscheiden
welchen Weg er hinauf zur Kröntenhütte nehmen will. Die etwas einfachere, dafür aber auch längere Route über die Chüeplangg oder den kürzeren Weg über den
Geisspfad, ein steiler Aufstieg im Zickzack und über Tritte, der manchen Tropfen Schweiss kostet. Auf dem Bänklein bei der sogenannten "Hutzitanne"
ist eine kurze Rast angesagt. Zeit, etwas zu trinken und frische Heidelbeeren zu naschen, günstige Gelegenheit aber auch die herrliche Aussicht ins Erstfeldertal
zu geniessen. Auf der rechten Talseite stehen die dunklen Gneisgräte und Zacken der Kröntengruppe, auf der linken streben die hellen Kalkwände der Geissberge
und des Fläugenfadhorns gegen den Himmel. Abgeschlossen wird das Tal durch den mächtigen Schlossberg, die Schlossberglücke und den Glattfirn, hinter dem die
Zacken des Spannortes aufragen. Über vom Gletscher abgeschliffene Steinplatten und einer eindrücklichen Gletschermühle vorbei geht es weiter. Nach rund zwei
Stunden taucht die Kröntenhütte auf. Die 1921 erbaute und 1940 erweiterte Hütte mit ihren 86 Schlafplätzen ist Eigentum der Sektion Gotthard des SAC
und wird seit Jahren vom versierten Bergführer Markus Wyrsch und seiner Frau Irene geführt. Während ihre Kinder Corinne, Dominik und Tanja neben der Hütte in
einem kleinen Schwimmbecken planschen, erklärt uns Markus Wyrsch "seine Bergwelt", die Gipfel von Krönten, Zwächten, Spannort und Schlossberg, den
Übergang zur Leutschachhütte über den engen Ruchpass oder die Kletterrouten an den Felsen des Päuggenstöcklis. Wenn es die Zeit erlaubt, dann macht Hüttenwart
Markus Wyrsch auch eine Führung in die umliegenden kleinen Hochmoore zeigt den erstaunten Laien, dass hier oben auf 1900 Metern über Meer fleischfressende
Pflanzen wie der Sonnentau vorkommen. Nach dem Zimmerbezug und dem Abendessen kann man vor der Hütte noch das Alpenglühn bewundern. Tagwache ist kurz nach 4 Uhr.
Nach einem währschaften Frühstück geht es noch im Dunkeln los, zusammen mit Bergführer Markus Wyrsch Richtung Krönten, mit 3107.7 Metern der höchste und
meistbesuchte Gipfel der Kette, der aus zwei durch eine etwa 10 Meter tiefe Scharte getrennte Gipfeltürmen besteht. Von der Kröntenhütte führt der Weg in den
Kessel des Obersees, von hier über Grasfelder, Geröll und Schneefelder zum Oberseemandli. Über den Graw-Stock erreicht man den Glattfirn. Angeseilt und mit
Steigeisen geht es über den Gletscher weiter zum breiten Schnee- und Schuttrücken des Krönten-Westgrates und über diesen schliesslich zum westlichen Gipfelturm.
Dieser ist laut dem SAC-Führer "Urner Alpen West" leicht zu besteigen. Dennoch war ich froh, dass Markus Wyrsch mit von der Partie war und uns sicher
auf den Gipfel führte. Kurze Zeit liessen wir unsere Blicke in die Ferne schweifen. Nachdem wir uns verpflegt hatten, nahmen wir den Abstieg unter die Füsse.
Nach der Rückkehr vom Krönten hiess es Abschied nehmen von der Kröntenhütte und der Familie Wyrsch. Wir entschieden uns diesmal für die längere Route. Zuerst
ging es hinunter zum idyllischen Fulensee. Ziemlich steil ging es dann hinab auf die Chüeplangg hinab auf die Chüeplanggalp. Im Hintergrund der imposante Abbruch
des Schlossberggletschers. Diesen Gletscher wollte man in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts wirtschaftlich nutzen. 1877 erhielt ein Luzerner von der
Urner Bezirksgemeinde die Bewilligung, am Gletscher Eis auszubeuten und es mit der Hilfe einer Seilanlage zu Tal zu befördern. Anschliessend sollte das Eis
per Bahn in die übrige Schweiz transportiert und für teures Geld an Bierbrauer, Wirte und Lebensmittelhändler weiterverkauft werden. Doch das Geschäft mit dem
Eis aus dem Erstfeldertal klappte nicht. Der Luzerner verkaufte seine Konzession einem Basler Politiker. Aber auch diesem brachte das Unternehmen in den Urner
Bergen nichts als Ärger. Geblieben sind das Eis und die riesigen Wassermengen, die während der Schneeschmelze im Alpbach zu Tal stürzen. Dem Bach entlang
geht es nun talauswärts Richtung Erstfeld. Durch den fast schon märchenhaften Sulzwald erreicht man schliesslich wieder Bodenberg. Ambros Zgraggen
Kinderbergsteigen
Am Sonntag fuhren wir zum Bahnhof Erstfeld. Nach einem kurzen
Missverständniss fuhren wir zu Markus. Dort durften wir das meiste Gepäck für den
Helikoptertransport lassen. Dann liefen wir auf die Kröntenhütte.
Montag
Wir haben im Klettergarten die einfacheren Routen geklettert. Wir sind im
oberen Klettergarten sehr viele Routen geklettert.
Dienstag
Am Morgen hat es geregnet. Am Nachmittag gingen wir beim Obersee die
sogenannte Rutschtechnik üben.
Mittwoch
Heute liefen wir auf den Ruchpass (2657 m) und wollten hinunter auf die Leutschachhütte
und über die Schneefelder wieder zurück. Als wir oben waren fing es an zu
schneien. Markus entschied, dass wir wieder zurückgehen. Auf der Hütte spielten wir "Meier"
und Karten.
Donnerstag
Wir waren um unteren Klettergarten und übten Routen. Nach dem Mittagessen machten wir ein Seilbähnli und seilten uns mit dem 8-er ab.
Freitag
Tagwache 06.00 Uhr, Morgenessen und bereitmachen für die Kröntentour. Bis auf den Gipfel (3107) brauchten wir 3Std 48 min. Als wir oben waren hatte es leider Nebel.
Hinunter rutschten wir über die Schneefelder.
Samstag
Heute mussten wir den Schlafsaal putzen, packen und Abschied nehmen. Über
die Chüeplangg ging es wieder hinunter nach Erstfeld. Danke an Irene und Markus und Beat für das lässige Lager. Das Essen war super und die Stimmung toll.
Nächstes Jahr kommen wir wieder.
Mark Schuler / Stephanie Walker
J+S Jugendbergsteigerlager
Nach mehr oder weniger individueller Anreise wurden am Sonntag zwei
Stärkegruppen gebildet. Am Montag lehrten uns die beiden Bergführer Markus Wyrsch und Andi Ulrich
verschiedenste Knoten, z.B. gesteckter Prusik, Prahaska und viele mehr. Sie erklärten uns
Vor- und Nachteile von Bulin + Co. Am Nachmittag kletterten wir im Klettergarten und lernten
viel über richtige Technik beim Klettern. Am Dienstag gingen wir in die Nähe des Obersees,
welcher nach diesem Lawinenwinter noch mehr einem Gletscher glich. Zuerst machten wir
Schneerutschtraining, das heisst extra ausrutschen und sofort richtig bremsen wenn’s bergab geht.
Anschliessend lernten wir die "Österreicher Spaltenrettung". Am Mittwoch gingen wir in geteilten
Gruppen auf das vorder-Päüggenstöckli. Die eine Gruppe kletterte über die eine Ausbildungsroute mit
Schwierigkeits-grad II - III. Die andere machte en "Zuger Express" bis zum V
Schwierigkeitsgrad. Danach wollten wir an den schönen Platten noch eine bis zwei Routen einrichten, doch dieses
Vorhaben fiel ins Wasser, da es zu Gewittern begann. Der Donnerstag war ausgefüllt mit der Wandertour "Panoramaweg" Kröntenhütte
- Leutschachhütte - Leidpass - Kröntenhütte. Wir setzten die Wegsicherungen wieder in Stand.
Stahlseile welche mit 12 mm Bohrhaken befestigt waren, wurden im Winter durch die gewaltigen
Schneemassen beschädigt oder aus den Verankerungen gerissen. Am Freitag gab es eine wunderbare Tour auf das Adlerspitzli und den Spannort (3100m und 3198 m). Einen besonderen Reiz hatte diese Tour. Zuerst bildeten
wir 3-er Seilschaften über den 2.5 Km langen Gletscher. Anschliessend ging’s über die Nordflanke
des Spannorts aufs Adlerspitzli und zurück durch steile Couloirs auf den Spannort. Der Abstieg
war nicht so schwierig. Die Route führte über Fels der zu bezwingen war. Zurück ging es wieder über
den Gletscher. Nachher konnten wir fast den ganzen Weg zur Hütte hinunter rutschen. Der
Samstag war Abstiegstag. Auch wenn das Wetter nicht perfekt war, so war das Lager und
das Essen einfach wunderbar. Ein Lager oder ein Besuch auf der Hütte ist allen Bergsteigern ob
Jung oder Alt zu empfehlen, welche etwas übers Klettern, Gletscherbegehen sowie Pflanzen und
Gestein in der Umgebung lernen möchten.
David Hodel + Gilles Candel