


Der Weg über die Chüeplangg steigt etwas sanfter an als der über den
Geisspfad und wird vor allem an heissen Sommertagen sehr geschätzt, denn ab
Bodenberge zieht sich der Chüeplanggenweg immer mehr oder weniger dem Bach
entlang in die Höhe. Der Wind kühlt so den Wanderer immer ein wenig ab.
Zuerst steigt man links vom Bach durch den Wald hoch bis zum Sulzwald.
Im Wald gibt es eine Stelle, wo der Wanderer direkt unter ihm den Bach mit
seiner gewaltigen Kraft sehen und spüren kann. Man sieht da eine grosse
Gletschermühle und einen eindrücklichen Canyon. Etwas weiter
oben, kurz vor den zwei Häusern vom Sulzwald gibt es links vom Weg zwei
Höhlen-/"Kaltkeller", wo früher Käse, Milch und andere Frischwaren
gelagert wurden. Besonders eindrücklich ist es, wenn man an einem heissen
Sommertag in einem dieser Kaltkeller steht und merkt wie die Kälte aus dem
Berg kommt.
Nach der Sulzwaldalp führt der Weg schon bald über eine Brücke auf
die andere Seite des Baches. Wer wilde Pfefferminze oder
Brombeeren liebt, kommt nicht darum herum hier zu verweilen. Weiter oben
wo der Weg zwischen Fels und Bach entlang führt, geniesst man die kühlende
Luft, bevor eine weitere Brücke, über die auch der Älpler mit seinen Kühen
und Schweinen muss, den Wanderer wieder auf die andere Talseite lenkt. Nach
einem etwas steileren Anstieg erreicht man aber schon bald die Alp
Chüeplangg. Hier hat die Älplern meistens einen Kaffee oder ein
gekühltes Glas Milch parat. Käse der auf Chüeplangg produziert wird kann man
gleich mitnehmen. Nach der Pause auf Chüeplangg steigt der Weg weiter an.
Hier sind die Augen und Ohren ganz im Bann vom 120m hohen Wasserfall,
der von der Hochebene des Fulensees herunter donnert. Etwas weiter oben löst
die Ruhe das Getöse des Wasserfalls immer mehr ab und schon hat man eine
schöne Aussicht auf den gewaltigen Gletscherabbruch vom Glattfirn.
Vorbei an der vielfältigen Blumenwiese und begleitet von den Pfiffen der
Murmeltiere führt der Weg links die Felsstufen hinauf. Wer sieht von
hier oben die Hütte zuerst?
Sobald man auf die Moorebene des Fulensees gelangt, wird man von
einem Empfangskomitee von Fröschen und Libellen begrüsst.
Hier nimmt mancher verschwitzte Wanderer gerne ein Bad, denn der Fulensee
wird im Hochsommer über 18° warm. Auch sonst lädt diese Moorebene zum
verweilen ein, denn die Vielfältigkeit der Pflanzen ist für den ganzen
Alpenraum einmalig. Dieser Naturgarten birgt manche seltene Pflanze,
die allerdings nicht gleich auffällig sind wie die Feuerlilien weiter unter,
oder der Türkenbund.
Wer ganz gut beobachten kann, findet fleischfressende Pflanzen wie
Sonnentau und das Alpenfettblatt. Dieses Moorgebiet zieht sich
hinauf bis zur Kröntenhütte. Es wachsen hier über 200 verschiedene
Pflanzenarten.
Das letzte Stück bis zur Hütte lässt einem nochmals richtig erwärmen und
manch ein Wanderer ist zum Ende seiner Tour froh über ein kühles Getränk.
Für diese Route muss man mit 3 1/2 bis 4 Stunden rechnen.
Der Geissfad ist der kürzeste und steilste Weg um auf die Kröntenhütte
zu gelangen.
Ab Bodenberge steigt es stetig an und lässt dem Wanderer kaum eine
Verschnaufpause bis kurz unter die Hutzitanne, wo ein Bänkli zum
verweilen einlädt. Die zwei riesigen Ameisenhaufen, bzw. die vielen
fleissigen Waldarbeiterinnen tragen dazu bei, dass die Rast nicht allzu
ausgedehnt wird, oder dass man von Anfang an noch einige Kehren mehr
ansteigt und dann auf einer von der Sonne erwärmten Steinplatte gemütlich
rasten kann. Schon bald geht der Weg nicht mehr so steil weiter und führt
über Gletscherschliffplatten bis zu einer schönen Gletschermühle,
welche über Tausende von Jahren vom Wasser ausgeschliffen wurde. Langsam
öffnet sich das Tal und mit jedem Schritt sehen wir mehr. Beim
Steinmandli biegt sich der Weg vom Erstfelder-Tal ein wenig links weg.
Jetzt hat man keine Sicht mehr ins Reusstal und fühlt sich weit weg von der
Zivilisation, in der Natur die die Kröntenhütte prägt. Ein letztes Mal geht
es über die "Servelat-Kehren" aufwärts und nach dem achten
Richtungswechsel sieht man die Kröntenhütte. Jetzt sind es nur noch 10
Minuten bis das Ziel erreicht ist. Für diesen Weg benötigt man ca. 2 - 2 1/2
Stunden. Natürlich kann man auch länger verweilen, denn unterwegs gibt es
viel zu bestaunen. Z.B. den Türkenbund wenn er blüht, oder zählen sie einmal
die Frösche die von ihren Füssen weghüpfen. Von den blauen Heidelbeeren, die
einem am Wegrand entgegenl achen ganz zu schweigen! Trainierte Wanderer, die
möglichst schnell auf der Hütte sein möchten und all die guten Gaben am
Wegrand stehen lassen, schaffen diesen Weg auch in 1 1/2 Stunden und der
absolute Rekord ab Bodenberge ist 40 Minuten. Die Rekordzeit vom Bahnhof
Erstfeld bis zur Hütte ist 1 Std. und 5 Min. und wurde von einem
Bergläufer aufgestellt. Rekord in Sachen Gewicht haben wahrscheinlich die
Herren aufgestellt, die bei einem Umbau der Hütte 50 Kg. Zementsäcke
hochgetragen haben und dies zweimal pro Tag.